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Information für Bewerberinnen und Bewerber im Rettungsdienst des Kreises Nordfriesland

Sehr geehrte Interessentin,
sehr geehrter Interessent,

wenn Sie sich für eine Stelle im Einsatzdienst bei uns interessieren, möchten wir Sie bitten den folgenden Text aufmerksam durchzulesen. Sie erhalten damit wesentlich mehr und tiefere Hintergrundinformationen zu der Arbeitsorganisation in unserem Rettungsdienst, als wir dies auf unserer Internetseite wiedergeben können.

Gleichzeitig möchten wir Ihnen ihren vielleicht neuen Arbeitsplatz näher beschreiben.

Wir werden Sie hierbei über unsere Stärken und auch unsere Herausforderungen offen und ehrlich informieren.

Sicherlich können wir Ihnen hierbei auch einige Vorteile bieten, die andere Arbeitgeber vielleicht nicht oder nicht in so einer Ausprägung haben.

Vergleichen Sie selbst…

Der Kreis Nordfriesland und unser Rettungsdienst an sich

Wir sind der nördlichste Kreis der Bundesrepublik – weiter „hoch“ geht es in Deutschland nicht.

Gleichzeitig sind wir aber auch ziemlich groß (über 2.000 qkm) und eher dünn besiedelt (ca. 160.000 Einwohner). Die längste Süd-Nord-Ausdehnung des Kreises von den langen Stränden von St. Peter-Ording bis zur Nordspitze der Insel Sylt beträgt über die normalen Verkehrswege etwa 140 Kilometer!

Für den Rettungsdienst bedeutet dies: eine nur mittlere Einsatzauslastung – dafür aber teilweise deutlich längere Fahrtzeiten.

Und dann haben wir auch noch ein paar Inseln: Pellworm, Amrum, Föhr und Sylt.

Auf jeder dieser Inseln haben wir ebenfalls eigene Rettungswachen mit festem Personal.

Auf Sylt hat übrigens das DRK den Rettungsdienst übernommen und führt diesen in unserem Auftrag durch. Mit den Syltern arbeiten wir daher auch sehr eng und freundschaftlich zusammen.

Berge haben wir übrigens keine richtigen (die höchste Erhebung ist bei uns der Stollberg mit ca. 43 Meter über NN – also ein „Berg“ ist das nun wirklich nicht). Wenn Sie also Berge lieben und immer für den Ausblick brauchen, dann wären Sie wahrscheinlich falsch bei uns (wir wollten ja ehrlich sein…).

Dafür haben wir viel freie Sicht in alle Richtungen und immer frische Luft.

Thema „Luft“: ein bisschen Wind darf einem nichts ausmachen, denn den gibt es in Nordfriesland oft. Und im Herbst und Winter kann es auch mal heftiger werden. Bei Windstärke 11 oder 12 müssen Sie sogar daran denken, den RTW an Einsatzstellen möglichst z.B. gegen den Wind zu stellen, damit es ihnen nicht die Türen abreist…

Da gewöhnt man sich aber dran.

Woran man sich auch gewöhnen muss, sind jahreszeitlich deutliche Helligkeitsunterschiede – wir sind eben doch schon ganz schön weit im Norden.

Das ist toll im Sommer – da ist es auch nach 23:00 Uhr noch nicht dunkel und um 04:30 Uhr morgens wird es schon wieder hell.

Aber Achtung: im Winter kommt die „Rechnung“ dafür – dann ist es eben mal auch nur von 09:00 bis 16:00 Uhr hell…

Beschaulich geht es also in den Herbst und Wintermonaten zu. Es sind nur wenige Touristen hier, man kann überall auch ohne Reservierung essen gehen und überall findet man auch immer ausreichend Parkplätze.

Ab dem späten Frühjahr und insbesondere im Sommer ändert sich dies dann aber rapide: Viele Tausende Touristen sind dann in Nordfriesland zu Gast und beleben die Städte und Strände.

Für den Rettungsdienst bedeutet dies natürlich in der Folge: mehr Einsätze im Sommer- insgesamt dann im Jahr so ca. 32.000

Gut, dies sollte für den Anfang zu den Besonderheiten des Kreises Nordfriesland -insbesondere wenn Sie weiter aus dem Süden kommen- genügen.

Ach doch- eine wichtige Sache noch:

Die Menschen sollen hier oben ja „nordfriesisch herb“ sein.

Alles Unsinn: Die Menschen sind hier oben grundsätzlich aufgeschlossen und sehr freundlich. Und man grüßt sich immer mit dem typischen „Moin“, auch wenn man sich nicht kennt.

Und Sprachprobleme gibt es auch keine – wer Platt redet der kann fast immer auch Hochdeutsch.

Ausnahmen gibt es natürlich auch – wie überall auf der Welt. Dies aber nur als Kleingedrucktes.

Die Arbeit im Rettungsdienst Nordfriesland

Wir machen jetzt mal etwas anders: Wir fangen mit den Themen an, die auch wir Ihnen nicht ersparen können:

Aufgrund der Bereitschaftsanteile gilt bei uns grundsätzlich die 48-Stunden-Woche.
Und auch wenn die Auslastung bei den größeren Wachen maximal 40% betragen kann, man somit viele einsatzfreie Zeiten hat oder nachts auch mal durchschlafen kann, so ist man eben dennoch 48 Stunden pro Woche von Zuhause weg.
Das ist so - daran können wir leider nichts ändern (zumindest so lange die 48-Stunden-Regelung noch Gesetz ist…).

Wir fahren keine 24-Stunden-Schichten.
Abgesehen von den gesetzlichen Konflikten halten wir auch persönlich so lange Schichten für nicht gesundheitsförderlich.

Wir vergüten nicht übertariflich.
Wir sind eine Behörde und halten uns an die Vorgaben des TVöD.
Aber: Alles was an Möglichkeiten für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorhanden ist, schöpfen wir auch aus.

Für Rettungssanitäter/ innen gilt: Sie sind derzeit in der Entgeltstufe E4 des TVöD eingruppiert.

In Schleswig-Holstein wird grundsätzlich das Mehrzweckfahrzeugsystem (MZF) angewandt.
Will heißen: Auch mit dem RTW werden Krankentransporte bedient. Wir haben zwar auch zwei KTW für Fernfahrten und die KTW-Grundlast, aber reine Notfallrettungs-RTW gibt es nicht.

Unser Kreis ist groß (siehe oben).
Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden im Regelfall auf einer möglichst wohnortnahen Stammwache eingesetzt. Aber bei Ausfällen und innerhalb der Springerschichten können Dienste auf anderen Wachen anfallen. Hier sind dann auch mal längere Anfahrtswege zum Dienst möglich.

Und jetzt zu den Themen die wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusätzlich bieten:

Wir sind rettungsdienstlicher Träger und zeitgleich auch eigener Durchführer.
Klingt komplizierter als es ist. Heißt aber nichts anderes, als dass wir selbst als Behörde/ Kreis Nordfriesland den Rettungsdienst durchführen.
Dies hat für unsere Beschäftigten einige Vorteile: Sie sind Angestellte im öffentlichen Dienst und die Bezahlung erfolgt immer nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD) inkl. zusätzlicher Leistungen (Zusatzrente, Weihnachtsgeld, betriebliches Gesundheitsmanagement u.v.m.). Außerdem ist der Rettungsdienst sicher vor Ausschreibungen und Betreiberwechsel!!

Wir wissen, dass Mitarbeiterzufriedenheit eng mit der Dienstplanung verbunden ist.
Daher ‚fahren‘ wir attraktive Dienstpläne und vermeiden kürzere Schichten (unter 10-12 Stunden), wo immer dies irgendwie für uns möglich ist. Wir legen diesbezüglich gleichzeitig Wert auf die Familienfreundlichkeit der Dienstpläne.
Darüber hinaus haben die Beschäftigten auf ihren Stammwachen einen festen Dienstplanzyklus, so dass die meisten Dienste schon auf viele Monate im Voraus berechenbar sind.
Die endgültigen Dienstpläne (z.B. auch mit dann ggf. schon verplanten Springerschichten) werden mindestens 6 Wochen im Voraus bekannt gegeben.

Wir bieten Flexibilität innerhalb der Dienstpläne.
Dringende private Termine oder unvorhersehbare Ereignisse, zu denen ein freier Tag benötigt wird?
Hier ist es vielleicht gar nicht erforderlich gleich einen Urlaubstag einzureichen. Nach Rücksprache mit den Dienstplanern (dies sind die jeweiligen Wachleiter des Nord- oder Südbezirkes) können auch Tauschaktionen mit anderen Kolleginnen und Kollegen durchgeführt oder ein Stundenabbau beantragt werden.

Wir haben ein attraktives und flexibles Arbeitszeitkonto.
Plusstunden ansammeln, die Möglichkeit auch mal selbst geplant ins Minus zu rutschen, sich bestimmte Stunden auf Wunsch auszahlen zu lassen oder sogar (nach Absprache) für längere Urlaube o.ä. bis zu 400 Stunden ansammeln und an einem Stück (vielleicht sogar mit dem Jahresurlaub zusammen) wieder abfeiern? Diese und weitere Möglichkeiten bietet unser Arbeitszeitkonto des Rettungsdienstes.

Wir bieten mitarbeiterorientierte Rettungswachen
Sehr sehr viele Stunden verbringen unsere Beschäftigten auf ihren Rettungswachen.
Für uns also klar, dass dort auch eine gewisse „Wohlfühlatmosphäre“ herrschen muss.
Angenehme Ausstattungen und Einzelruheräume sind für uns daher selbstverständlich.
Bei Planungen/ Neubauten/ Umbauten sind unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer in den beteiligten Arbeitsgruppen zu finden.

Wir fahren mit modernen und sicheren Einsatzfahrzeugen.
Die standardisierten RTW und NEF des Landes Schleswig-Holstein haben ein gewohnt hohes Material- und Sicherheitsniveau.
Überalterte Fahrzeuge mit Ängsten, dass „diese bald auseinanderfallen“, gibt es bei uns nicht.

Wir fahren mit modernen medizinischen Ausstattungen.
Keine Uralt-Geräte und somit grundsätzlich auch bei den Notfallausrüstungen immer innovativ am Puls der Zeit sein. Das ist nicht immer einfach. Wir versuchen es jedoch – und sind damit auch erfolgreich.
Wir glauben fest daran, dass wir dies den uns anvertrauten Patienten und natürlich ebenfalls unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern schuldig sind.

Wir kleiden unser Personal hochwertig ein.
Was wir mit unseren Fahrzeugen und der Ausstattung begonnen haben, setzen wir bei der Dienstbekleidung fort: modern, praktisch, komfortabel, funktional, mit allen Sicherheitsparametern ausgestattet und dennoch chic…

Wir qualifizieren unser Einsatzpersonal.
Jedes Einsatzfahrzeug und jede Ausrüstung ist nur so gut wie die Menschen dahinter…
Unser Anspruch ist eine von der Eintreffzeit des Notarztes unabhängige leitliniengerechte Patientenversorgung nach aktuellen intensivmedizinischen Standards. Daher qualifiziert sich unser Personal durch ein intensives, regelmäßiges Fort- und Weiterbildungsprogramm, unter der Kontrolle unseres ärztlichen Leiters, zur Ausführung von bis zu vierzig verschiedenen invasiven Maßnahmen.

Bei uns „fährt jede/ jeder alles“.
RA oder NFS fahren hauptsächlich RTW und NEF, gelegentlich auch mal KTW.
RS fahren RTW und KTW.
Alles natürlich nur, soweit diese Fahrzeuge auf den jeweiligen Wachen vorhanden sind.
Feste Personalstämme die z.B. nur NEF fahren gibt es bei uns nicht.

Wir pflegen eine offene Kommunikationskultur.
Wir wollen in unserem Rettungsdienst bewusst weder reine „Ja-Sager“ noch „proletische Superhelden“.
Wir glauben daran, dass nur die freie Meinungsäußerung aller (immer auf der Sachebene natürlich…) uns auch zukünftig innovativ und fortschrittlich sein lassen kann.
Daher werden bei uns selbstverständlich auch Strukturen wie ein Fehlermanagement, kritische Ereignisberichte (auch anonym), ein Vorschlagswesen, Differenzmeldungen usw. ernst genommen und gelebt.

Wir haben ein spannendes Einsatzgebiet.
Die Größe unseres Zuständigkeitsbereiches – dies geht natürlich auch weit über unsere Kreisgrenzen hinaus – setzt eine sehr enge Zusammenarbeit mit allen möglichen Luftrettungsmitteln voraus.
Gleichsam arbeiten wir genauso eng und erfolgreich mit der Seenotrettung zusammen und unsere nördliche Wache in Niebüll übernimmt auch zahlreiche Einsätze in Süddänemark.

Auch unser Festlandpersonal wird immer wieder zu Diensten auf unseren Inselwachen eingesetzt.
Dieser Inseleinsatz findet jedoch grundsätzlich nur nach Absprache statt.
Gemütliche Dienstwohnungen sind hierfür auf allen Inseln vorhanden und das besondere Flair des Insellebens macht diese Dienste auch bei vielen Festlandskollegen beliebt.

Für ergänzende und besondere Einsätze auf unseren Inseln und Halligen benötigen wir auch die grundsätzliche Flexibilität des Festlandspersonals. Die Besetzung von SAR-Rettungshubschraubern oder Seenotkreuzern der DGzRS mit einer medizinischen Crew kann hierbei immer wieder auch den RTW-Besatzungen des Festlandes unterliegen.

Wir sind mit anderen Rettungsorganisationen befreundet.
Weder unsere herausfordernde Topographie und die damit verbundenen Einsatzsituationen, noch unsere grundsätzliche Einstellung lässt Konkurrenzdenken anderen Organisationen gegenüber zu.
Unser Verhältnis zu allen an der Gefahrenabwehr beteiligten Organisationen – egal ob Hilfsorganisationen, Feuerwehren, THW, den Seenotrettern oder der Polizei – ist geprägt von gegenseitiger Achtung und immer vorhandener Hilfsbereitschaft.
Daran halten wir fest, denn nur so lassen sich auch in der Zukunft die besonderen Herausforderungen gemeinsam meistern.

Die Leitungsdienste sind für unsere Beschäftigten immer ansprechbar.
Rettungsdienst bedeutet immer rund um die Uhr besondere Herausforderungen und spezielle Situationen. Jeder Mitarbeiterin und jedem Mitarbeiter des Einsatzdienstes stehen zu jeder Tages- oder Nachtzeit für Situationen, in denen sie/ er nicht weiter weiß, unsere Leitungsdienste (B-Dienst = Wachleiterdienst und A-Dienst = Abteilungsleitung) zur Verfügung.

Diese Leitungsdienste stehen mit Rat und Tat in allen Lagen telefonisch zur Verfügung oder kommen bei besonderen Lagen direkt vor Ort.

Wir sehen es als unsere Verantwortung an, unsere Beschäftigten nicht in akuten Situationen „alleine zu lassen“.

Dies führen wir übrigens auch darin fort, dass nach belastenden Einsätzen oder anderen belastenden Bedingungen sowohl die auf den Wachen vorhandenen Peers, als auch jeweils eine Psychologin oder ein Psychologe für Gespräche und Termine bereitstehen. Die Nutzung dieses Angebotes kann hierbei selbstverständlich von unseren Beschäftigten anonym und ohne jeglichen Einbezug des Arbeitgebers genutzt werden.

Darüber hinaus sind sowohl die Fachdienstleitung Rettungswesen, als auch der Leiter des Rettungsdienstes oder sein Stellvertreter innerhalb der Verwaltung im Kreishaus Husum immer gerne direkt ansprechbar.

Jetzt noch offene Fragen….

Wir haben versucht Ihnen hiermit viele zusätzliche Informationen über unseren Rettungsdienst zu vermitteln und Sie etwas tiefer in unsere Organisationsstruktur und unsere Grundeinstellung blicken zu lassen.

Natürlich sind auch wir im täglichen Dienstablauf nicht frei von Herausforderungen, Problemen, Fehlern und falschen Einschätzungen. Aber wir arbeiten stetig daran, uns laufend zu verbessern und negative Effekte zu minimieren. Das ist nicht leicht und gelingt auch uns nicht immer – Kostendruck und wirtschaftliche Zwänge lassen es auch bei uns nicht zu, dass immer alles Wünschenswerte verwirklicht werden kann. Was jedoch möglich und sinnvoll ist sowie letztlich einer optimalen Patientenversorgung dient – das versuchen wir immer umzusetzen. Hierzu gehört neben modernen Ausstattungen und Fortbildungen für uns auch ein fairer und offener Umgang mit unseren Kolleginnen und Kollegen im Einsatzdienst.

Dazu stehen wir.

Wenn Sie jetzt noch weitere Fragen haben: einfach bei einer der unten stehenden Personen melden.

Dies gilt auch, wenn Sie sich vielleicht erst mal eine Rettungswache anschauen möchten oder vielleicht sogar einen Probearbeitstag bei uns absolvieren wollen.

Fachdienst Rettungswesen
Leiter Rettungsdienst
Marktstr. 6
25813 Husum
Karte anzeigen

Telefon: +49 4841 67-378
Fax: +49 4841 67-418
E-Mail schreiben
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Fachdienst Rettungswesen
Stellvertretender Leiter Rettungsdienst
Marktstr. 6
25813 Husum
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Telefon: +49 4841 67-544
Fax: +49 4841 67-418
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Fachdienst Rettungswesen
Fachdienstleiter
Marktstr. 6
25813 Husum
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Telefon: +49 4841 67-659
Fax: +49 4841 67-418
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